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Hypothese
Am alten Hafen in Wismar soll nach dem Willen der Stadtverwaltung
in den umgenutzten Lagerhallen neben der Bar „KAI“
eine bunt zusammengewürfelte Fressmeile entstehen.
Natürlich haben sich schon die ersten Interessenten
gefunden, die sich nach bekannten Muster Asia Imbiß,
Döner Bude, Fisch Snak, Pizza Service und Suvlaki
Olymp etablieren wollen. Den Stadtvätern (und –müttern)
schwant schreckliches... doch da
kommt die rettende Idee: Die Studenten des Studienganges
Innenarchitektur der Hochschule werden aufgerufen Vorschläge
für die Einbindung dieser Kleinstgastronomie in die
vorhandene Gebäudestruktur zu erarbeiten. Die Erhaltung
des traditionellen Hafenensembles ist den Auftraggebern
dabei genauso wichtig wie die deutliche Herausstellung
der kulturellen Vielfalt der neuen Angebote.
Aufgabe
In den einzelnen Parzellen der ehemaligen Lagerhallen sollen
sich nach Vorstellung der Stadt-verwaltung Kleinstgastronomiebetriebe
unterschiedlichster Kulturen und Ausrichtungen mit Ihren
spezifischen
Speisenangeboten einrichten. Im Gegensatz zum typischen
Straßenverkauf eines Imbissbetriebs sollen hier jedoch
kleine „Restaurants“ mit der Möglichkeit
des Speisens im angebotstypischen Ambiente entstehen. Demzufolge
müssen neben der Zubereitungsstrecke und ggf. Warenpräsentation
Speiseplätze und Toiletten für die Gäste
mit eingeplant werden. Selbstverständlich soll in der
warmen Jahreszeit der Außen-bereich zum Hafen hin
auch für die gastronomischen Zwecke einbezogen werden.
Unter der Berücksichtigung des
erhaltenswerten Gesamterscheinungsbildes der alten Lagerhallen
soll natürlich das neue Angebot in
seiner Vielfältigkeit auch schon im Vorbeigehen den
Besucher zum Einkehren einladen.
Entwurf
Die Herangehensweise an das Entwurfsthema gestaltete sich
als ein ständiger Austausch und Wechsel zwischen
Kultur und Raumform. Genau wie eine Zeichnung einer realen
Begebenheit immer durch den Zeichner geprägt ist,
da alles was er darstellt erst durch seinen Körper
geht und dann auf das Papier,
genauso betrachtete ich
zunächst einzelne Kulturen und Länder um diese
dann zu übersetzen. Ich habe versucht mich in das
Gefühl der einzelnen „Typen“ des
Landes hinein zu versetzen. Als Grundlage dafür dienten
mir zahlreiche Erfahrungen und weitere Recherchen. Weiterhin
ist zu erwähnen, das ich nicht versucht
habe das ganze Land dar zu stellen. Als viel zu gross sehe
ich die Unterschiede schon in einem einzelnen Land. Vielmehr
konzentrierte ich mich auf Dinge die ich interessant, diskutabel
und auch für kontrovers
hielt. So stellen die 3 kleinen Restaurants einen sehr
persönlichen
Blickwinkel auf die Kulturen dar und bieten dem interessierten
Besucher einen Standpunkt von dem es sich lohnt weiter
in die Tiefen und Unterschiede der einzelnen Länder
einzutauchen. Der Gast wird sofort konfrontiert mit dieser
Aussage und kann fühlen das
etwas anders ist als in den anderen 2 Restaurants. Genauso
wie die Sprache einen immensen Unterschied
auf das Leben
in jedem Land macht, so verändern die Raumformen
auch die Zeit und das Gefühlte des Gastes. Nach allen
Angleichungen der Lebenstandards und Trends die es gibt
und gab, bleibt doch alles anders. Barcelona fühlt
sich anders an wie London. Beide Städte
haben Strassen, Bewohner, Häuser und Kaffee. Und doch
schmeckt der Kaffee in jeder Stadt ganz anders, auch wenn
er vom selben Hersteller kommt.
Betreuung: Prof. Achim Hack |